Gewürze in unseren Maultaschen


Gewürze in unseren Maultaschen

Unsere Maultaschen enthalten vier verschiedene Gewürze: Salz und Majoran kann man aus Deutschland beziehen – kein Problem. Aber Pfeffer und Muskatnuss sind Import-Gewürze. Seit Jahrhunderten kommen sie auch in der schwäbischen Küche zum Einsatz. Aus gutem Grund: Sie sorgen, fein dosiert, für ganz besondere Geschmacksnoten. Uns hat die Herkunft dieser beiden Gewürze interessiert und so habe wir uns auf Sansibar ausführlich darüber informiert.

Da hin, wo der Pfeffer wächst

Die tansanische Insel Unguja, so heißt die Insel Sansibar eigentlich richtig (aber das ist eine andere Geschichte), liegt im indischen Ozean, vor der Küste Tansanias. Sie gilt als DIE Gewürzinsel. Wir haben uns auf der Kooperative Maganga umgesehen, die verschiedene Gewürze in Bio-Qualität herstellen.

Gewürz-Kooperative auf Sansibar

Fun-Facts Sansibar

  • Tansania gehörte mal zu Deutschland – wir haben es mit den Engländern getauscht gegen Helgoland 😊
  • Seine Blüte erlebte die Insel im 19. Jahrhundert unter der Herrschaft der Omanischen Sultane
  • Am 27. August 1896 kam es hier zum kürzesten Krieg der Weltgeschichte – er dauerte nur 38 Minuten
  • Freddie Mercury (1946–1991) wurde hier unter dem Namen Farrokh Bulsara geboren

Peffer öffnet die Schmacksnerven

Die scharfen Körner haben ihre ursprüngliche Heimat an der indischen Malabarküste. Von hier aus breitete sich er Pfefferanbau vor über 1.000 Jahren aus auf unzählige Länder in der Äquatorregion. Die größten Anbauländer sind Vietnam, Indonesien, Indien, Brasilien und Malaysia.

Der Schwarze Pfeffer (Piper nigrum) ist eine Kletterpflanze, die an anderen Bäumen hochwächst. Die Früchte schmecken scharf. Das Gewürz wird in unseren Maultaschen daher behutsam verwendet, sie darf keinesfalls „scharf“ schmecken. Tatsächlich wirken die scharfen Anteile von Pfeffer als natürlicher Geschmacksverstärker: Die durch Pfeffer gereizten Rezeptoren in den Mundschleimhäuten werden besser durchblutet, somit auch die benachbarten Geschmacksnerven. Dadurch schmecken wir die eigentlichen Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter, salzig und umami noch besser.

Früchte an der Pfeffer-Kletterplanze

Fun-Facts Pfeffer

  • Ausschlaggebend für die Schärfe des Pfeffers ist das Alkaloid Piperin
  • Er hat zudem eine appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung
  • Wert einer gesamten Jahresweltproduktion: 300 bis 600 Millionen US-Dollar

Muskatnuss bringt feine Nuancen

Der Samenkern, den wir Muskatnuss nennen, entstammt einer ockergelben Frucht. Die Frucht wächst an großen, immergrünen Laubbäumen. Durchaus vergleichbar mit Zwetschgenbäumen.

Fair trade or no trade

Auch diese exotische pflanzliche Zutat zu unseren Maultaschen bringt wichtige Nuancen mit ein. Schon kleine Mengen reichen aus, um der Füllung ihre facettenreiche Geschmacksfülle zu geben. Muskat überzeugte schon unsere Vorfahren durch den intensiven Geschmack und Geruch und wurde deshalb sprichwörtlich mit Gold aufgewogen. Das Gewürz bringt ein wenig Schärfe mit, viel aromatischen Geschmack und einen Hauch von Süße.

Samenkern der Muskatfrucht

Fun-Facts Muskatnuss

  • Ursprünglich gab es Muskatbäume nur auf einer kleinen Inselgruppe nördlich von Australien, den Banda-Inseln (heute: Indonesien)
  • Engländer, Spanier, Portugiesen und Niederländer bekriegten sich jahrzehntelang wegen der Nuss
  • 1621 sicherten sich die Holländer mit blutigen Gemetzeln unter den Einheimischen den Muskatnuss-Monopolhandel für rund 150 Jahre ☹
  • 1753 entführte ihnen der Franzose Pierre Poivre (Herr Pfeffer 😊) ein paar Pflanzen nach Mauritius und brach so das Monopol
  • Zeitweise lag die Gewinnmarge beim Muskathandel bei über 60.000 Prozent
  • Die Muskatnuss gilt bei übermäßigem Konsum auch als Rauschdroge, in der Regel führt dies jedoch lediglich zu Kopfschmerzen und Erbrechen 😊

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