Über mich: Volker Klenk


Über mich: Volker Klenk

Geboren in Winnenden bei Stuttgart, 1962, als jüngster von drei Lisbeth-Söhnen. Verheiratet, ebenfalls drei Kinder. Mitglied beim VfB Stuttgart (Nr. 1267415).

„Sag mal, warum machst Du das denn mit den Maultaschen?“ werde ich oft gefragt. Von Freunden, Kollegen, Kunden. Hier die beiden Gründe:

Erstens: Ich liebe die Maultaschen meiner Mutter. Mehr als jedes andere Essen.

„Lieblingsessen“ ist dafür nicht das richtige Wort, weil es zu klein, lauwarm daher kommt. Bei mir geht das irgendwie ganz tief. Ich bin, sozusagen, verrückt nach Maultaschen. Sehe ich welche, muss ich sie einfach bestellen, mitnehmen, probieren, obwohl ich ahne, meist enttäuscht zu werden. Erwische ich hingegen gut gemachte Maultaschen, geht mein Herz auf, die Sonne scheint, der Himmel kann warten.

1990 kehrten wir der schwäbischen Heimat den Rücken und landeten, 158,29 km nördlich, im hessischen Kronberg. Immer fragt mich meine Mutter, was sie kochen soll, wenn wir auf Besuch nach Hause kommen. Immer antworte ich dasselbe: “Mach’ bitte Deine fantastischen Maultaschen.” Meistens gibt es die dann auch – aber nicht immer. Denn: Maultaschen machen ist eine Heidenarbeit. Das macht man nicht mal eben so. Insofern habe ich durchaus Verständnis dafür, dass es manchmal eben “nur” schwäbischen Sauerbraten mit Spätzle gibt oder Gaisburger Marsch.

Und siehe da – meine Kinder lieben die Dinger genauso

Da es so eine Köstlichkeit nirgends zu kaufen gab, habe ich sie über 20 Jahren lang mehrmals im Jahr selber gemacht. Natürlich immer auch an Gründonnerstag. Natürlich immer nach den Ausführungen im über 60 Jahre alten Rezeptbuch meiner Mutter.

Das waren (und sind) stets ganz besondere lustvolle Genussereignisse, denen unsere Kinder genauso entgegenfiebern wie ich damals in meiner Kindheit. Großartig.

Zweitens: Wir wollten uns engagieren.

Persönlich spende ich hin und wieder an Amnesty International, Greenpeace, Foodwatch und Oxfam. Als Unternehmer unterstütze ich zusammen mit meinen Partnern seit vielen Jahren Organisationen wie die Kinderhilfestiftung und Plan International. Aber ich hatte es bis 2014 nicht geschafft, mich auch in meiner Freizeit nachhaltig für eine gute Sache zu engagieren.

Mich trieb die Frage um: Was kann ich tun, um anderen zu helfen, denen es nicht so gut geht wie uns.

Die Familie war sofort im Boot

Aus meiner Passion für edle schwäbische Maultaschen entstand in 2014 die Idee, diese auf dem Kronberger Weihnachtsmarkt zu verkaufen – für einen guten Zweck. Schnell wurde daraus ein Familienprojekt. Alle waren sofort mit an Bord.

Die Resonanz auf unseren Oma-Lisbeth-Stand war überwältigend. Im hessischen Maultaschen-Notstandsgebiet gingen die frischen, handgemachten Herrgottsbscheißerle weg wie die sprichwört­lichen warmen Semmeln. In den ersten Jahren waren wir trotz steigender Produktionsmengen immer ausverkauft.

Binnen wenigen Jahren entstand eine kleine Fangemeinde. So kommen einige extra wegen unserer geschmälzten Maultaschen aus dem 25 Kilometer entfernten Frankfurt auf unseren Weihnachtsmarkt.

Immer öfter wurden wir gelöchert mit der Frage, warum es die Teilchen denn bloß einmal im Jahr zu kaufen gibt. Tja, warum eigentlich?

Mascha, Volker, Katrin, Hannah und Nils Klenk

Eine Idee wird wirklichkeit

Irgendwann begann die Idee Kontur anzunehmen. Ich bin zwar mit meinem Beruf als Mitinhaber einer erfolgreichen Kommunikationsagentur und als Honorarprofessor an der Universität Mainz zufrieden und ausgelastet, aber diese Vorstellung war einfach zu reizvoll. Ende 2016 begann daher die Suche nach einem Herstellerbetrieb. Dort sollen die Maultaschen exakt nach dem Rezept meiner Mutter entstehen, mit dünnem Teig und dieser unvergleichlich lockeren Füllung und Konsistenz.

Die Suche nach dem richtigen Betrieb war langwierig. Noch mehr Ausdauer brauchten wir bei der Abstimmung der Produktionsweise und der Auswahl der Lieferanten. Nach unzähligen Testproduktionen und Vergleichstests im Familien- und Freundeskreis war es nach 15 Monaten endlich soweit. Unser Produktionspartner im Herzen Stuttgarts schafft es tatsächlich, die Maultaschen so herzustellen, dass wir keinen Unterschied sehen, schmecken, fühlen können zu denen, die Oma Lisbeth zu Hause selber macht. Das ist wirklich einzigartig.

Es geht um gute lebensmittel

Dabei geht es uns von Anbeginn an um mehr als nur um Maultaschen. Im Vordergrund stehen Spaß am Projekt und der Wunsch, einen Beitrag zu leisten für nachhaltige und faire Lebensmittel. Weil wir überzeugt sind, dass wir bei der Herstellung von Lebensmitteln zu einer neuen Ethik finden müssen. Immer billiger, immer mehr Raubbau an Tieren und Natur – das lehnen wir ab.

Mit dem Projekt Oma Lisbeths Maultaschen wollen wir zeigen, dass es auch anders geht.

Darüber hinaus unterstützen wir Aufklärungskampagnen von Slow Food für bessere Lebensmittel und Menschen in Not. Die Ursprungsidee bleibt also erhalten und bleibt ein wesentlicher Treiber für unser Projekt: Wir machen Menschen glücklich mit Maultaschen für einen guten Zweck!

mein blog, mein manifest

Darüber schreibe ich seit 2014 hier in meinem Blog, als wohl Deutschlands einziger Maultaschen-Blogger. Beim Bloggen geht es mir darum, meine Freude und Leidenschaft für Maultaschen und unsere unvergleichliche schwäbische Genusskultur zu vermitteln. Deshalb lobe ich auch andere Maultaschenprojekte und -restaurants. Deshalb habe ich in 2019 auch den WeltMaultaschenTag ins Leben gerufen.

Meinen Ärger über Maultaschen-Mittelmaß und meine Haltung zu Schwäbischen und Nicht-Schwäbischen Maultaschen habe in 2015 in meinem Maultaschen-Manifest veröffentlicht (www.oma-lisbeth.de/maultaschen-manifest).

Veröffentlicht 16.10.2014, aktualisiert 2018, 2019

Es gibt 2 Kommentare

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  1. 2
    Rainer Kiefer

    Das kommt dabei raus, wenn man “Maultaschen Viktualienmarkt” googelt.
    Lieber Volker, ich bin begeistert von Oma Lisbeth!
    Viele Grüße aus Oberbayern

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