Es gibt Teigtaschen, die sehen schon so besonders aus, dass man sie am liebsten erst einmal eine Weile anschauen möchte, bevor man hineinbeißt. Die Culurgiones aus Sardinien gehören definitiv dazu. Diese kleinen gefüllten Pasta-Kunstwerke haben es mir angetan. Und meine Begeisterung dafür hat eine ziemlich schöne Vorgeschichte.

Eine Begegnung in Limburg

Kennengelernt habe ich die Culurgiones bei Serena Loddo. In ihrem Geschäft Sardolci in Limburg dreht sich alles um sardische Spezialitäten, frische Pasta und italienische Genusskultur. Serena betreibt dort ihre eigene Nudelmanufaktur und hat mit „Come a Casa“ auch ein wunderbares Kochbuch geschrieben.

Tolles saradisches Kochbuch

Ich habe mir ein Exemplar bei ihr gekauft – und sie hat es gleich für meine Tochter Hannah signiert. Mit einer ganz persönlichen Widmung:

„Für Hannah & Wolf, mit meinen Rezepten für eure neue Heimat. Buon divertimento in cucina“

Denn Hannah und Wolfgang leben gerade auf Sardinien. Eine schöne Idee also, ihr ein Stück sardische Küchenheimat mitzubringen. Und wer könnte das besser als Serena?

Sardische Teigtaschen mit einer besonderen Naht

Die Culurgiones stammen aus der sardischen Region Ogliastra. Ihre Füllung ist eigentlich ganz einfach und gerade deshalb so köstlich: Kartoffeln, sardischer Käse, Olivenöl und frische Minze. Dazu kommt ein dünner Teig aus Hartweizengrieß. Das eigentliche Kunststück ist allerdings der Verschluss. Die Teigränder werden von Hand kunstvoll ineinandergefaltet, sodass eine kleine Naht entsteht, die an eine Getreideähre erinnert.

Das sieht nicht nur wunderschön aus, sondern ist auch ein Stück sardischer Esskultur.

Das Familienrezept von Serena Loddo
Wer’s lernen will findet eine gute Anleitung im Buch

Wie unsere schwäbischen Maultaschen sind auch die Culurgiones d’Ogliastra als regionale Spezialität mit geschützter geografischer Angabe anerkannt – auf Italienisch IGP für Indicazione Geografica Protetta.

Auf Sardinien: ein Hochgenuss!

Auf unserer Reise zu Hannah nach Sardinien durfte natürlich auch die kulinarische Entdeckungsreise nicht fehlen. Und so landeten wir gleich in zwei Restaurants, in denen hausgemachte Culurgiones auf der Speisekarte standen. Was soll ich sagen? Göttlich!

Diese Kombination aus der weichen, aromatischen Kartoffel-Käse-Füllung, der feinen Minznote und dem wunderbar dünnen Pastateig – das ist schlichtweg zum Niederknien. Man schmeckt die Einfachheit guter Zutaten und die Liebe, die in ihrer Herstellung steckt.

Schlemmen mit Hannah
Klassisch – mit Tomatensauce
Raffiniert – mit getrüffelter Butter

Für mich sind Culurgiones ein schönes Beispiel dafür, wie viel kulinarische Identität in einer gefüllten Teigtasche stecken kann. Sie erzählen von einer Region, von Familientraditionen und von Menschen, die ihr Handwerk mit Leidenschaft pflegen. Und manchmal verbinden sie sogar Limburg, Sardinien und die eigene Familie miteinander.

Das signierte Kochbuch steht jetzt bei Hannah im Regal. Ich bin gespannt, was sie daraus alles zaubern wird bei unserem nächsten Besuch.

Buon appetito!

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