Uns ist wichtig zu wissen, was für ein Schweinefleisch in unseren Maultaschen steckt. Woher es kommt. Und wer dahintersteht. Ich war dort. Ich habe die Tiere gesehen. Ich habe mit den Menschen gesprochen, die sie halten. Und ich durfte sogar mitten hinein in die Herde.
Spannender Blick hinter die Kulissen
Nachdem ich kürzlich den Biohof Pfeiffer besucht habe, von dem unser Rindfleisch kommt, war ich nun auch auf dem Jennerhof in Erdmannshausen. Auch hier, im Kreis Ludwigsburg und damit nur wenige Kilometer von meiner Heimat Winnenden entfernt, entsteht ein wichtiger Teil dessen, was später einmal Oma Lisbeths Maultasche wird.
Und wieder war es für mich spannend, hinter die Kulissen zu schauen.

13 Generationen Landwirtschaft – und ein ziemlich eigener Weg
Markus Jenner führt den Jennerhof gemeinsam mit seiner Frau Lara in der 13. Generation. Die Familiengeschichte reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. 2008 übernahmen die beiden Diplom-Agraringineure den Hof und stellten sich eine ziemlich grundsätzliche Frage: Wie soll Landwirtschaft hier in Zukunft aussehen?
Ihre Antwort war klar: Klasse statt Masse
Der Jennerhof setzt auf Schweine- und Hühnerhaltung und Direktvermarktung. Mehr als 300 Schweine leben hier. Darunter auch Erdmannhäuser Sattelschweine, eine alte und heute selten gewordene Rasse. Rund 20 Prozent des Bestands machen sie aus.

80 Prozent der Schweine sind Kreuzungen: Duroc auf der Vaterseite, Deutsches Landschwein und Deutsches Edelschwein auf der Mutterseite. Und genau diese Schweine liefern das Fleisch für unsere Maultaschen. Und das passt zu dem, was mir das Ehepaar Jenner über ihre Arbeit erzählt hat: Geschmack und Tierwohl gehören für sie zusammen.
Raus aus dem Stall – wenn das Schwein will
Seit 2013 leben die Schweine in einem Außenklimastall. Und der ist ziemlich anders als das Bild, das man vielleicht von einem Schweinestall im Kopf hat.
Die Tiere können sich frei bewegen und jederzeit nach draußen gehen. Drinnen gibt es einen mit Stroh ausgestatteten Bereich zum Ruhen, Fressen und Spielen. Draußen ist Platz für Bewegung und Aktivität. Die Stallung übererfüllt damit sogar die Vorgaben der Haltungsstufe 4 – jener Stufe, die im Handel gerne als besonders tierwohlorientiert herausgestellt wird.
Natürlich ist diese Form der Tierhaltung wesentlich aufwendiger und arbeitsintensiver als konventionelle Massentierhaltung. Aber die Rechnung geht dennoch auf. Für die Tiere, den Landwirt und die Verbraucher. Denn das Fleisch unterscheidet sich geschmacklich tatsächlich von dem, was man üblicherweise im Handel findet.

Ich durfte selbst in den Stall
Die Begehung der Stallung war für mich einer dieser Momente, bei denen man plötzlich sehr viel besser versteht, was hinter dem Begriff Tierwohl steckt.
Die Schweine waren ruhig. Friedlich. Neugierig. Einige kamen sogar auf mich zu und ließen sich streicheln.
Man bekommt einen unmittelbaren Eindruck davon, wie die Tiere leben – und wie selbstverständlich für Familie Jenner der tägliche Umgang mit ihnen ist.

Tierwohl-Lupe Stufe 10 – und Fleisch für unsere Maultaschen
Rund 90 Prozent des Futters stammen vom eigenen Hof. Was zusätzlich benötigt wird, kommt möglichst von benachbarten Höfen. Das entspricht dem Prinzip der flächengebundenen Tierhaltung.
Familie Jenner arbeitet außerdem seit einigen Jahren mit dem ganzheitlichen Tierwohl-Zertifizierungssystem der Tierwohl-Lupe und ist mit Stufe 10, der höchstmöglichen Stufe, zertifiziert.

Interessant finde ich dabei die Haltung von Markus Jenner selbst: Eigentlich braucht er nicht unbedingt ein Zertifizierungssystem. Lieber zeigt er interessierten Menschen seinen Stall, erklärt, wie die Tiere gehalten werden, und beantwortet jede Frage. Für ihn zählen das persönliche Gespräch und gelebte Transparenz mehr als ein Stück Papier an der Wand.
Die Tierwohl-Lupe findet er trotzdem sinnvoll, weil sie aus der Praxis heraus entwickelt wurde und einfach nachvollziehbar ist.
Handwerkliche Herstellung
Auch die Zusammenarbeit mit der Metzgerei Häfele, wo unsere Maultaschen mit viel Handarbeit nach unserem Familienrezept hergestellt werden, passt in dieses Bild. Rund 60 Prozent der Mastschweine gehen von hier zu Häfele. Der Weg zum Schlachthof nach Ilsfeld ist kurz – etwa 30 Minuten. Die Familie Jenner begleitet die Tiere dabei selbst.
So wird aus vielen einzelnen Stationen eine nachvollziehbare Kette: Landwirt. Metzger. Maultasche. Genießer.
Wenn unsere Kunden später eine Oma Lisbeths Maultasche auf dem Teller haben, steckt darin also mehr als gutes Schweinefleisch. Da steckt ein Stück Jennerhof drin. 13 Generationen Landwirtschaft. Menschen, die ihre Tiere kennen. Handwerk. Verantwortung. Und ziemlich viel Herzblut.
Man könnte auch sagen: Die Geschichte dieser Maultasche beginnt nicht in der Küche. Sie beginnt im Stall.
Vom Stall ins Täschle. Genau so soll es sein.
Auch lesenswert
In unseren Maultaschen steckt Rindfleisch mit Tierwohl-Lupe Stufe 10
Tierwohllupe Stufe 10: Zertifiziertes Premium-Fleisch für Oma Lisbeths Maultaschen
Die Geschichte unseres Familienrezepts
Unser Projekt
