In der Brühe

(en dr Briah)

Der Schwabe an sich ist ein Nass-Esser: Alles muss in einer Brühe oder einem Sößle eingetunkt oder eingebrockt werden. Keine Suppe ohne ein Stück Brot, kein Braten ohne Soße. Zur Not geht es auch ohne Braten: „Spätzle mit Soß“ ist ebenfalls ein echter Klassiker und darf auf keiner schwäbischen Speisekarte fehlen.

Spätzle sind Spätzle – und keine Raben

Spätzle sind die zweite Leibspeise der Schwaben und haben ebenfalls eine jahrhundertelange Tradition. Wir reden hier selbstverständlich über handgeschabte Spätzle vom Brett und nicht über irgendwelche Eierteigwaren aus dem Supermarkt!

Dass es zum Thema Spätzle ähnlich viel zu sagen gibt, wie zu den Maultaschen, versteht sich von selbst. Neben der Güte des Teiges ist jedoch die Form von allergrößter Bedeutung. Je nach Länge und Dicke spricht man von Spätzle, Spatzen oder Knöpfle. Missratene, großklumpige Spätzle werden auch Raben, Störche, Adler oder Nachtigallen genannt. Keine Ahnung, warum.

Gemüsebrühe oder Fleischbrühe nach Gusto

Aber zurück zu unserem Lieblingsessen. Maultaschen in der Brühe ist also unsere erste Variante. Gemüsebrühe oder Fleischbrühe ist jedem selbst überlassen. Bei uns gibt es immer eine kräftige Ochsenschwanzbrühe dazu. Selbstgemacht versteht sich. Mit viel frischem Schnittlauch oben drauf.

Nicht ohne meinen Kartoffelsalat

Eigentlich passt dazu nur schwäbischer Kartoffelsalat. Wer will, macht ihn zur Maultasche in die Brühe. Das ist dann richtig schwäbisch! Das erscheint den meisten Nichtschwaben zunächst ziemlich unpassend, aber wer sich einmal auf dieses kulinarische Experiment eingelassen hat, will seine Maultaschen in der Brühe nie wieder anders essen. Probiert es aus.

Auch hier gibt es natürlich wieder alte Familienrezepte und jede Menge Feinheiten, die in keinem Kochbuch der Welt stehen, sondern die nur beim Zubereiten in der Küche von Generation zu Generation weitergegeben werden. Und wie könnte es anders sein: auch unser Kartoffelsalat ist natürlich viel flüssiger als alle gleichnamigen Speisen, die in Norddeutschland zuhause sind und mit Mayonnaise sowie Erbsen, Mais oder sonstigem Gemüse angerührt werden. Brrrr.

Der ultimative Klassiker: Maultaschen in der Brühe

KARTOFFELSALAT: am besten lauwarm

Ein guter schwäbischer Kartoffelsalat kommt eher puristisch daher. Festkochende Salatkartoffeln (z.B. Sieglinde) werden mit Schale gekocht, warm geschält und in hauchdünne Scheiben („Rädle“) geschnitten. Angemacht werden sie mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Zwiebel, Rotweinessig, Keimöl und kräftig gewürzter heißer Brühe. Ein echter Schwabe mag seinen Kartoffelsalat eher „soichnass“ als „furzdrogga“. Und natürlich frisch zubereitet. Am besten noch lauwarm.

Das Kartoffelsalat-Rezept von Oma Lisbeth findest Du hier

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