Geröstet

(gröschded)

Unser dritter Klassiker verkehrt ebenfalls in den besten Häusern der schwäbischen Esskultur – allerdings unter mehreren Pseudonymen. Man kennt ihn als: geröstet (gröschded), gebacken (bagga) oder gebraten (brooda). Dafür werden die fertig gegarten Maultaschen in fingerdicke Streifen geschnitten und anschließend in der Pfanne in Butter vorsichtig angebraten. Wahlweise mit oder ohne Ei.

WAS SCHMECKT, HAT RECHT

Für die Variante mit Ei (natürlich nur mit Bio-Eiern!) wird pro Person ein Ei mit etwas Milch verquirlt, mit Salz, Pfeffer und Muskat abgeschmeckt und über die leicht gebräunten Maultaschenstreifen gegossen. Dann lässt man das Ganze wie beim Rührei stocken. Uns schmeckt dazu am besten eine große Schüssel grüner Salat mit einer klassischen Vinaigrette. Oder Wildkräutersalat. Der passt auch ganz hervorragend dazu. Wahlweise darf man auch dazu Kartoffelsalat machen.

Hessen bietet schwäbischen Maultaschen Exil

“Schwäbischen Maultaschen“ sind seit 2009 von der EU in ihrer Herkunftsbezeichnung geschützt. Damit dürfen wir unsere Oma Lisbeth Maultaschen leider nicht „schwäbische“ Maultaschen nennen. Verrückt, oder?

Im Übrigen gibt es auch eine Reihenfolge, wann welche Maultaschenversion auf den Tisch kommt. Die wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten: der Klassiker Nummer 1, in der Brühe, wird üblicherweise am Gründonnerstag aufgetischt. Geschmälzte Maultaschen gibt es traditionell am Karfreitag und die gerösteten, wenn überhaupt noch welche übrig sind, werden am Ostersamstag vernascht.

Erbarmen die Schwaben kommen

Dass die Maultaschen ein Zeichen höchster Küchenkultur sind, werdet ihr jetzt wohl nachvollziehen können.

Wir sind der Meinung, sie gehören neben den Autos, der Zündkerze und dem Zeppelin zu den größten Erfindungen der Schwaben.

Herrlich geröstete Oma Lisbeths Maultaschen

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